Eine REST-API braucht keinen eigenen MCP-Server
Von Axel Dunkel
Am 27. März 2026, kurz vor ein Uhr nachts, landete im ToolMesh-Repository ein Commit, dessen Beschreibung die Idee in einem Halbsatz enthält: Der neue Backend-Typ mache einen eigenen MCP-Server pro REST-API überflüssig. ToolMesh war zu dem Zeitpunkt vier Tage alt.
Die Überlegung dahinter: Ein KI-Agent, der eine REST-API benutzen soll, muss wissen, welche Aufrufe es gibt und welche Parameter sie erwarten. Außerdem muss jemand den HTTP-Aufruf ausführen, die Zugangsdaten einsetzen, weitere Seiten nachladen und Fehler behandeln. Das Erste ist eine Beschreibung. Das Zweite ist für fast jede REST-API gleich. Wer pro API einen eigenen MCP-Server schreibt, baut diesen zweiten Teil jedes Mal neu und betreibt danach einen Prozess mehr.
DADL ist das Format für die Beschreibung: eine YAML-Datei, die neben Basis-URL und Authentifizierung jeden Endpunkt als Tool beschreibt. ToolMesh liest die Datei und führt die Aufrufe selbst aus. Die ersten Dateien in jenem Commit beschrieben GitHub, GitLab, Vikunja und Shelly Cloud. Am selben Tag wuchs die GitHub-Beschreibung von 26 auf 58 Endpunkte, inzwischen sind es 259 Tools.
Anfang November 2026 stehen in der öffentlichen DADL-Registry 33 Beschreibungen mit zusammen 4.360 Tools. Die kürzeste, für den Prometheus Alertmanager, hat 276 Zeilen und 12 Tools. Die längste, für NetBox, hat 8.399 Zeilen und 608 Tools. Unser eigenes Gateway stellt zur gleichen Zeit rund 5.800 Tools bereit, fast alle aus DADL-Dateien. Die Spezifikation steht bei Version 0.2, das Paper dazu ist seit Mai 2026 auf arXiv .
Der Ansatz hat Grenzen. DADL beschreibt HTTP-APIs. Für einen SSH-Zugang oder eine Datenbank taugt es nicht. 8.399 Zeilen schreibt auch niemand von Hand. Wir lassen ein Modell den Entwurf aus der API-Dokumentation erzeugen und testen ihn gegen die laufende API, und manche Fehler zeigen sich erst dort. 608 Tools passen außerdem in kein Kontextfenster. Der Agent sucht deshalb in ToolMesh nach den passenden Tools und lädt nur deren Beschreibung.
Viele Hersteller liefern inzwischen eigene MCP-Server aus. Dass so ein Server hinter der eigenen API zurückbleiben kann, haben wir im Mai am Beispiel DeepL gezeigt: 13 neue Endpunkte, von denen der offizielle Server damals keinen abbildete.
Wer eine API beschreiben will, die in der Registry fehlt: Spezifikation und alle Beschreibungen liegen auf dadl.ai .